Mehrteilige Form aus Silikon Kautschuk - Beispiel
Material/Werkzeug:
Formengießkasten,
Formenmodelliermasse,
Trennwachs,
Modellierspatel,
Bastelmesser,
Silikon Kautschuk.
Zunächst wird ein geeigneter Formengießkasten bereitgestellt. Dieser sollte so dimensioniert sein, dass das ab zuformende Modell mittig eingelegt werden kann, ein Rand rund um das Modell von 1-2cm verbleibt sowie ein oberer Rand von ebenfalls 1-2cm.
Nun wird das ab zuformende Modell in die Formenmodelliermasse bis zur Hälfte einmodelliert. Hierbei wird die spätere Trennlinie festgelegt die beim Giessling als Gussnaht sichtbar wird. . Diese sollte so festgelegt werden, dass diese später so unauffällig wie möglich ist und sich leicht nacharbeiten lässt. Einfache Hinterschneidungen oder Öffnungen bzw. Durchbrüche im Modell müssen entsprechend mit der Modelliermasse unterfüttert werden. Denken Sie daran, dass das Bett aus Modelliermasse der späteren einen Formenhälfte entspricht und so modelliert werden muss, dass zum einen ein einwandfreies fließen der Gussmasse und zum anderen ein Entformen des Giesslings möglich sein muss.
Ist das Modell nun fertig einmodelliert werden in den Rand rund um das Modell Schlösser eingebracht. Diese zahnen später in die zweite Formhälfte und sichern den exakten Sitz der zwei Formenhälften. Hierfür werden entweder Auszahnungen in den Formenrand eingearbeitet oder aber Vertiefungen z.B. mittels einer kleinen Batterie oder ähnlichem eingebracht. Die Anzahl der Schlösser sollte mindestens drei betragen und gegenüberliegend angebracht werden.
Um einen späteren, gleichmäßigen Gießkanal zu erhalten wird ein trichterförmiges Werkstück, z.B. aus Kork oder Holz gefertigt an der Seite der Modelliermasse an der der spätere Einguss erfolgen soll eingearbeitet. Man kann dies auch weglassen und den Gießkanal später in die fertige Form einschneiden.
Nun wird die Modelliermasse mit dem eingearbeiteten Modell in den Gießkasten eingepasst, eventuelle Spalten zum Kastenrand hin verschließen.
Nun wird das Modell mitsamt des Modelliermassebetts und die Ränder des Gießkasten mit Trennmittel versehen. Es ist darauf zu achten, dass auch die Vertiefungen bzw. Erhöhungen der Schlösser mit Trennwachs versehen werden.
Nun wird die benötigte Menge Silikon Kautschuk angemischt. Nach einer Vorreaktionszeit von etwa 2 - 3 Minuten wird eine Teilmenge über das ab zuformende Modell gegeben und mit einem Pinsel gut und gleichmäßig darauf verteilt. Anschließend mit der restlichen Formenbaumasse den Gießkasten auffüllen.
Nach dem Durchhärten dieser ersten Formenhälfte wird diese aus dem Gießkasten entnommen und von der Modelliermasse getrennt. Nun kann man schon deutlich das Abformung unseres Modells erkennen.
Diese erste Formenhälfte wird nun wieder in den Gießkasten gelegt und das Modell entsprechend seiner Lage in die Formenhälfte eingelegt, ebenso das Werkstück für den Gießtrichter. Wiederum das ganze mit Trennmittel einstreichen, Silikon Kautschuk anmischen und wie beim ersten Mal verfahren. Nun lässt man die Form gut durchhärten, am besten über Nacht.
Zum Entnehmen aus dem Gießkasten werden die Formenränder mit den Fingern vom Kastenrand angelüftet. Anschließend mit einem stumpfen, flachem Messer oder ähnlichem aus den Kasten gehebelt. Um das noch enthaltene Modell nicht zu beschädigen, sollte dies vorsichtig und abwechselnd von verschiedenen Seiten nach und nach vorgenommen werden.
Nach dem Entfernen der Form aus dem Gießkasten können nun die zwei Formenhälften voneinander getrennt werden.
Wenn kein Gießtrichter angelegt wurde kann dieser nun eingeschnitten werden.
Vor dem ersten Guss sollte die fertige Form noch etwa 36 Stunden nachtempern können. Dies erhöht die Lebensdauer der Form und ermöglicht viele exakte Abgüsse.
Fertige Formen aus Silikon Kautschuk sollten nach Gebrauch mit Talkum eingepudert und am besten in einem Plastikbeutel gelagert werden. Nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen.
Hier wurde vereinfacht beschrieben wie eine zweiteilige Form z.B. für eine Figur hergestellt wird. Bei machen Modellen kann es, durch ihre Beschaffenheit, notwendig werden Entlüftungen anzulegen. Diese Entlüftungen ermöglichen es der in der Form enthaltenen Luft aus der Form zu entweichen und der nachrückenden Gießmasse ein einwandfreies Ausfüllen der Form zu ermöglichen. Diese Entlüftungskanäle sollten so angelegt werden, dass diese von unten nach oben, d.h. zum Eingießtrichter hin verlaufen. Sie sollten an den äußersten Spitzen der Modellenden angelegt werden und wie schon erwähnt nach oben führen. Diese können bereits bei dem Einmodellieren angelegt werden oder aber auch nach Fertigstellung der Formenhälften mit einem Bastelskalpell eingeschnitten werden. Am einfachsten ist es nach dem ersten Probeguss festzustellen an welchen Stellen die Gussmasse nicht korrekt die Form ausgefüllt hat. An diesen Stellen sind dann Entlüftungskanäle angeraten.